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Der VSR Gewässerschutz, ein Umweltverband, der sich auf Gewässeranalysen spezialisiert hat, hat im Mai des Jahres insgesamt 86 Rodgauer Gewässerproben auf Schadstoffe gemessen und nun ein bedenkliches Ergebnis veröffentlicht.
Die Wasserproben stammen von Rodgauer Bürgerinnen und Bürgern bzw. deren heimischen Grundwasserbrunnen. 20% der Messwerte wiesen Nitratmesswerte über 50Milligramm/Liter auf. Mit diesen Überschreitungen ist das Grundwasser nicht als Trinkwasser geeignet und wegen der Förderung von Algenbewuchses auch nicht zum Befüllen von Fischteichen.

Ursache des hohen Nitratgehaltes ist die Düngung bzw. Überdüngung der Oberfläche, also Landwirtschaftlicher Flächen aber auch privat genutzter Gartenflächen. Mit den Düngemitteln gelangt Nitrat in den Boden und alles was von den Pflanzen nicht aufgenommen werden kann sickert mit einer Geschwindigkeit von ca. 1m/Jahr nach unten durch bis ins Grundwasser.
Bei den Ergebnissen aus privaten Brunnen, die meist in einer Tiefe um 10m liegen sind die Nitrateinbringungen also bereits vor ca. zehn Jahren erfolgt.

Schon 2012 machte der Nitratbericht der Bundesrepublik deutlich, dass sich die Qualität des Grundwassers in Deutschland tendenziell verschlechterte und die EU Nitrat-Richtlinie forderte Maßnahmen um die Nitrat-Einbringung zu reduzieren. 2014 hatte die Kommission die Bundesregierung deshalb abgemahnt. Vor wenigen Wochen stellten die EU-Richter fest, dass die Rügen der EU-Kommission berechtigt sind und die Bundesrepublik gegen die maßgebliche EU-Richtlinie verstöß und daß, das Aktionsprogramm der Bundesregierung nicht ausreicht.

Die Nitrat-Belastung des Grundwassers ist also in der gesamten Bundesrepublik problematisch und besonders in Bundesländern und Regionen mit Intensiv-Landwirtschaft. Aber auch in Rodgau haben die bereits in früheren Jahren erfolgten Nitrateinbringungen inzwischen auch das zur Trinkwasserergewinnung genutzte Tiefengrundwasser erreicht. Je nach Lage des Brunnens mit unterschiedlichen Konzentrationen. Da unsere Wasserversorgung nicht auf einem einzigen Brunnen basiert, sondern aus dutzenden Brunnen kann unser Wasserwerk einwandfreies Trinkwasser anbieten, dessen Nitratwerte die gesetzlichen Grenzwert unterschreiten.

Um einer weiteren Nitrateinbringung entgegen zu wirken ist im Kreis Offenbach eine Nitrat-Arbeitsgruppe eingerichtet, in der die Wasserwerker des ZWO, die Landwirte, die obere Wasserbehörde, des Landwirtschaftsamt und der Kreis Offenbach auf freiwilliger Basis in einer „Nitrat-Arbeitsgruppe“ für die Senkung der Nitratgehalte im Grundwasser zusammenarbeiten.

Da die wesentliche Ursache für die Nitratbelastung in der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung gesehen wird, steht die Beratung zur grundwasserschonenden landwirtschaftlichen Praxis, aufbauend auf den Ergebnissen von Bodenuntersuchungen, im Mittelpunkt. Oder vereinfacht gesagt, die Landwirte werden beraten, um in Abhängigkeit von Anbaugut, Bodenbeschaffenheit und Grundwasserlage möglichst wenig Nitrat einzubringen. Aufgrund der relativ langsamen Durchsickerung ist erst in den nächsten Jahren damit zu rechnen, die Wirksamkeit der Nitrat-Arbeitsgruppe anhand der zu messenden Nitratwerte nachweisen zu können.

„Die Grünen in Rodgau werden dieses wichtige Thema weiterhin beobachten und bieten an, die Messergebnisse der privaten Brunnenmessungen auf einer Landkarte zusammenzufassen und auf der Grünen Homepage zu veröffentlichen. Dabei wird eine Darstellung gewählt, die eine exakte Grundstückszuordnung verhindert, denn es geht weniger um die konkrete Lage der privaten Brunnen, als vielmehr um eine Gebietszuordnung der jeweiligen Flächennutzungen in der Umgebung.“ So Werner Kremeier vom Grünen Stadtvorstand.

Die Grünen würden sich freuen, wenn möglichst viele Rodgauer das Angebot annehmen und die von der VSR-Gewässerschutz erhaltenen Daten zur Verfügung stellen könnten.

Die Messergebnisse können als Scan und per mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gesendet werden, oder als Kopie und per Post an die Grüne Fraktion im Rathaus Rodgau.